Sicheres Fahren RATSCHLÄGE
DES FACHMANNS

Diese Seite will Grundkenntnisse über Eigenschaften, Verhalten und Gebrauchsbedingungen von Kfz-Reifen vermitteln. Dadurch soll die Kenntnis und Wertschätzung dieser für die Fahrsicherheit so wichtigen Bestandteile gefördert werden.

Bekanntlich bilden die Reifen den einzigen Berührungspunkt zwischen Fahrzeug und Asphalt: Lenken, Bremsen, Kurvenhaltigkeit, Festigkeit gegen Aquaplaning und Zug hängen zur Gänze von einer Fläche ab, die kaum die Größe eines Taschentuchs erreicht. Es ist daher augenscheinlich, wie wichtig eine richtige Wartung ist, um optimale Fahrbedingungen aufrecht zu erhalten.

Leider haben alle Forschungsarbeiten und Tests aufgezeigt, wie wenig die Autofahrer, insbesondere in Italien, auf diese Aspekte achten. Jüngst wurde z.B. von den Ordnungshütern verschiedener italienischer Regionen in Zusammenarbeit mit Assogomma (der Vereinigung der Reifenhersteller, Webseite: www.pneumaticisotto­controllo.it) eine Untersuchung angestellt, die ergeben hat, dass in Italien ca. 40% der im Verkehr befindlichen Autos Reifen mit einer Restlauffläche unterhalb oder nahe des gesetzlich vorgesehenen Grenzwerts aufweisen und dass bei 50% der Erhebungen der Reifendruck nicht zufriedenstellend ist (siehe die betreffenden Abschnitte).

Zu den Überlegungen bzgl. Sicherheit kommt der wirtschaftliche Aspekt hinzu. Das Streben nach immer höheren Leistungen und die Anwendung neuer Techniken haben zu einer Weiterentwicklung der Reifen geführt, die vor wenigen Jahren undenkbar war. Ein größerer Umfang, aber auch ein größeres Gewicht und höhere Kosten sind die Folgen dieses Trends, außerdem sind die heutigen Reifen empfindlicher und erfordern eine größere Sorgfalt als in der Vergangenheit. Wenn wir ihre Lebensdauer verlängern und somit die mit ihrem Kauf getätigte Investition aufs beste nutzen wollen, ist eine richtige, regelmäßig durchgeführte Wartung von grundlegender Bedeutung.

Es ist daher am ratsamsten, bei einem Fachzentrum die Reifen regelmäßig überprüfen und die sachgemäße Wartung durchführen zu lassen. Nur so kann man alle Vorteile nutzen, welche moderne Reifen zu bieten haben.

  • Wie liest man einen Reifen?

  • Betriebsdruck

    Der richtige Betriebsdruck der Reifen wird gewöhnlich in der Bedienungs- und Wartungsanleitung Ihres Autos angeführt. Die Einhaltung dieses Parameters ist in vieler Hinsicht äußerst wichtig, von ihm hängen nämlich in starkem Maß folgende Eigenschaften ab:

    • Die Lebensdauer der Reifen
    • Die Straßenhaltigkeit des Autos
    • Der Treibstoffverbrauch
    Ein zu niedriger Reifendruck bewirkt:
    • einen schwachen Widerstand des Reifens gegen Abdriftkräfte und somit eine verhältnismäßige Verringerung der Straßenhaltung und der Kontrollierbarkeit des Fahrzeugs, vor allem bei Notbewegungen
    • einen starken Verschleiß der Seiten der Lauffläche und dadurch eine Verringerung der Lebensdauer des Reifens auch um 45% (Daten der Europäischen Kommission, enthalten in einem Federpneus-Schreiben) 
    • eine Zunahme des Treibstoffverbrauchs um bis zu 4% und infolgedessen der Umweltverschmutzung und CO2-Emissionen 
    • die Überhitzung des Reifens bis hin zum Explosionsrisiko
    Ein zu hoher Reifendruck bewirkt:
    • eine geringere Bodenhaftung und somit eine schlechtere Straßenhaltung, schlechteres Zug- und Bremsverhalten
    • einen starken Verschleiß des Mittelteils der Lauffläche 
    • geringeren Fahrkomfort für die Fahrgäste 
    • größere Verletzbarkeit durch Stöße

     

    Daher ist es angebracht, den Reifendruck regelmäßig – mindestens einmal monatlich oder alle 10.000 km und auf jeden Fall vor einer langen Reise – überprüfen/wiederherstellen zu lassen, wobei das Reserverad nicht vergessen werden darf. Die Überprüfung ist bei kalten Reifen durchzuführen, da auch nur wenige zurückgelegte Kilometer oder das Stehenlassen des Autos in der Sonne die Druckwerte verfälschen können.

  • Codice di velocità

     

     

     

  • Restliche Lauffläche

    Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert für die Lauffläche eines Reifens beträgt 1,6 mm (Gesetz Nr.142, Art.66, vom 18.2.1992), aber Hersteller und Experten raten, die Reifen bei weniger als 3 mm Tiefe auszutauschen, denn unter diesem Schwellenwert ist die gewährleistete Straßenhaltigkeit nicht mehr optimal, besonders bei Regen oder bei glatter Straße.

  • Lang anhaltendes Parken

    Bei lang anhaltendem Parken tendiert ein Reifen zur Abplattung im Auflagerpunkt.
    Diese Verformungen sind gewöhnlich vorübergehend und somit nach ein paar Kilometern wieder behoben, wobei die Vibrationen langsam verschwinden. Es besteht aber die Gefahr, dass bei lang anhaltendem Parken der Schaden permanent wird und uns zum Austausch der Mäntel zwingt.

    Um diese Situationen zu vermeiden, ist es ratsam, den Reifendruck zuvor auf 3,2/3,5 bar zu erhöhen und, wenn möglich, den Auflagerpunkt regelmäßig zu ändern.

    Nicht zu vergessen ist sodann dass ein lang anhaltender Kontakt mit Ölen, Dieselölen oder Lösungsmitteln den Reifen schwer beschädigen, da sie seine Mischungsstruktur angreifen.

  • Reifenschäden

    Weist der Reifen Schäden, Schnitte, Blähungen an den Flanken oder an der Lauffläche auf oder hat er einen heftigen Stoß erlitten, ist eine unverzügliche Kontrolle seitens eines Fachmanns nötig.

    Das Vorhandenseins einer Aufblähung an der Flanke (auch „Schulter genannt) zeigt z.B. an, dass die Karkasse einen irreparablen Schaden erlitten hat und keine andere Wahl bleibt als der sofortige Austausch des Reifens, sonst besteht schlimmstenfalls Explosionsgefahr. Diese Erscheinung kann auf einen versehentlichen Stoß (Gehsteige, Schlaglöcher usw.), aber auch auf eine übermäßige Belastung des Reifenunterbaus durch unsachgemäßen Gebrauch desselben zurückzuführen sein (Überlastung des Autos, zu starre Radaufhängungen, zu niedriger Betriebsdruck usw.).

    Natürlich kann eine Sichtprüfung genügen, um die augenscheinlichsten Schäden festzustellen, aber vergessen Sie nicht, auch die innere Schulter zu überprüfen, d.h. jene, die zum Inneren des Radkastens gewandt ist.

  • Restlauffläche und Reifenaustausch

    Jeder Wagen hat ganz bestimmte mechanische, Belastungs- und Geschwindigkeitseigenschaften, und die Wahl der Autoreifen hängt eng mit diesen Eigenschaften zusammen. Daher ist es von wesentlicher Bedeutung, die Vorschriften des Herstellers zu beachten, die im Fahrzeugschein bezüglich der Maße und der Belastungs- und Geschwindigkeitsindizes angeführt werden, welche zwar höher aber niemals niedriger als die angeführten Werte sein dürfen.

    Der gesetzliche Grenzwert für die Lauffläche eines Reifens beträgt 1,6 mm, (Gesetz Nr.142 Art. 66 vom 18.02.1992), aber die Hersteller empfehlen, die Reifen schon mit weniger als 3 mm auszutauschen, denn unter dieser Schwelle ist die Straßenhaltung nicht mehr gewährleistet, besonders bei Regen oder schlüpfriger Straße.

    Alle Reifen, die an einem Fahrzeug angebracht werden - ausgenommen die Notreifen für vorübergehenden Gebrauch -, müssen dieselbe Struktur aufweisen (z.B. Radial-Reifen). Außerdem müssen die an eine Radachse montierten Reifen vom selben Typ sein.

    Um optimale Fahrbedingungen aufrecht zu erhalten, ist es ratsam, vier gleiche Reifen mit demselben Abnutzungsgrad zu montieren. Das ist besonders dann zu empfehlen, wenn man Winterreifen verwendet, und zwar wegen der hohen Hafteigenschaften derselben bei schwierigen Witterungsverhältnissen (Regen, Schnee, Eis…). Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass die neuen oder weniger abgenutzten Reifen auf jeden Fall hinten zu montieren sind.

  • Gebrauch von Schneeketten und Schneestrümpfen

    Der Gebrauch von Schneeketten ist ausschließlich auf beschneiten oder vereisten Straßenabschnitten und bei einer Geschwindigkeit von höchsten 50 km/h ratsam. Der länger anhaltende Gebrauch auf „harten Böden“ beeinträchtigt nicht nur den Fahrkomfort stark, sondern ist sowohl für den Reifen als auch für die Ketten selbst schädlich. Ggf. gebrochene Ketten beeinträchtigen nicht nur die Sicherheit, sondern können auch die Karosserie des Wagens und die den Rädern zunächst liegenden mechanischen Teile beschädigen.

    Bezüglich der “Schneestrümpfe” muss daran erinnert werden, dass diese gemäß Transportministerium nicht gleichwertig sind mit den Schneeketten, weshalb sie bei Schneeketten- oder Winterreifenpflicht die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllen.

    Während der Wintersaison ist es sehr ratsam, Winterreifen zu montieren, die nicht nur einen vollwertigen Ersatz für Schneeketten bilden, sondern augenscheinliche Vorteile auf allen Straßenböden garantieren (siehe den betreffenden Abschnitt).

  • Wann soll man sie montieren?

    Der Gebrauch von Winterreifen –auch “thermische” Reifen genannt – ist während der gesamten Wintersaison ratsam, insbesondere wenn die Temperatur unter 7°C absinkt. Bei diesen Temperaturen neigt die Lauffläche von Sommerreifen nämlich dazu, hart zu werden, und verursacht so eine deutliche Abnahme des Leistungsvermögens, des Fahrkomforts und der Fahrsicherheit. Die besondere thermische Mischung von Winterreifen erhält hingegen deren Flexibilität und gewährleistet so stets den einwandfreien Kontakt mit dem Boden. Die unzähligen Tests, die mittlerweile von Fachzeitschriften und von Körperschaften durchgeführt wurden, die für die Straßensicherheit zuständig sind, belegen, dass bei Temperaturen unter 7°C auch auf einem trockenen Straßenboden Winterreifen eine bessere Straßenhaltung, kürzere Bremswege, einen stärkeren Zug und eine höhere Festigkeit gegen Aquaplaning gewährleisten.

    Bei nassem, beschneitem oder gar vereistem Straßenboden erhält der Einsatz von Winterreifen grundlegende Bedeutung für die Fahrsicherheit. Ein Beispiel stellvertretend für alle: bei schneebedeckter Straße braucht ein Auto von mittlerem Hubraum, das mit ABS ausgestattet ist und mit 40 km/h fährt, einen Bremsweg von 30 m bis zum Stillstand. Bei Verwendung von Sommerreifen (auch wenn diese neu sind!) braucht dasselbe Auto mindestens den doppelten Bremsweg!!

     

    Aber auch bei bloßem Regen ist der von Winterreifen gewährleistete Sicherheitsspielraum deutlich größer. Bei einer plötzlichen Bremsung bei ca. 80 km/h vermag ein mit Winterreifen bestücktes Auto mit einem auch um 15% geringeren Bremsweg anzuhalten!!

  • Wie funktionieren sie?

    Die Funktionseigenschaften von Winterreifen hängen im Wesentlichen von 3 technischen Faktoren ab, und zwar sind dies:

    • Die besondere chemische Zusammensetzung des Gemisches, wodurch, wie man oben sehen konnte, die Elastizität der Lauffläche und somit das Anhaften des Reifens am Straßenboden auch bei sehr niedrigen Temperaturen aufrecht erhalten wird.
    • Die Gestaltung der Lauffläche mit einem Verhältnis zwischen leeren (ohne Erhebungen) und vollen Stellen (Berührungspunkte mit dem Asphalt), das so konzipiert ist, dass die Wasserentsorgung und somit die Festigkeit gegen Aquaplaning verbessert wird.
    • Die charakteristischen Lamellen an der Lauffläche, die sich aufgrund der Drehung des Reifens und des Niederdrückens desselben auf den Boden öffnen und schließen und am Boden festklammern, erzeugen ein hohes Haftvermögen auch bei vereisten oder beschneiten Böden. In letzterem Fall ist es gerade der von der Lauffläche „gefangene“ Schnee, der die größtmögliche Haftung am Boden sicherstellt.

  • Woran erkennt man Winterreifen?

    „Schneereifen“ sind laut Straßenverkehrsordnung alle Reifen, die mit M+S gekennzeichnet sind. Damit aber ein Reifen in jeder Hinsicht als Winterreifen angesehen werden kann, muss er auch das "Snowflake"-.Symbol (eine Schneeflocke in den Umrissen eines Berges) und eine Bezeichnung tragen, welche auf die Jahreszeit hinweist (Winter, Schnee, Eis usw.). Nur in diesen Fällen liegt dasselbe Leistungsvermögen vor

    Die bloße M+S-Kennzeichnung ist nämlich für “Alljahresreifen” typisch, die in einigen Ländern wie den Vereinigten Staaten viel verwendet werden. Theoretisch müssten sich diese an alle Jahreszeiten anpassen, in Wirklichkeit handelt es sich aber um eine Behelfslösung, welche niemals die besten Ergebnisse erbringt. Im Winter z.B. neigt die Mischung der Lauffläche dazu, ähnlich wie bei gewöhnlichen Sommerreifen hart zu werden, mit den oben erwähnten Folgen bezüglich der Straßenhaltung.

  • Winterreifen und Allradantrieb

    Es ist einer der am meisten verbreiteten Irrtümer, zu meinen, bei Allradantrieb könne man auf Winterreifen verzichten. Zwar ermöglicht ein 4x4-Wagen einen besseren Zug als ein 4x2-Wagen, vor allem beim Start aus dem Stillstand, doch hilft ein Allradantrieb nichts bei einer Notbremsung oder einer Notbewegung (alle wichtigen Fachzeitschriften bemühen sich darum, diese Erkenntnis zu vermitteln).

    Insbesondere bei SUV macht die größere Trägheit, die durch das höhere Gewicht und den höheren Schwerpunkt bedingt ist, Situationen wie eine vereiste Abwärtsstrecke oder eine Kurve auf beschneitem Boden noch gefährlicher.

    Kurzum, ohne richtige „Schuhe“ kann Ihnen nicht einmal der beste Allradantrieb die Sicherheit garantieren, die von vier Winterreifen geboten wird, auch wenn diese an einen einfachen 4x2-Wagen montiert werden.

  • Welche Reifen darf man montieren?

    Erlaubt ist die Montage aller vom Fahrzeugschein vorgesehenen Reifengrößen; falls besondere Maße für Winterreifen angeführt werden, sind diese als zusätzliche Alternative und nicht als Beschränkung aufzufassen. Bei der Auswahl ist der Art von Situationen Rechnung zu tragen, denen man am häufigsten ausgesetzt ist: grundsätzlich gilt bei beschneitem Boden: je geringer die Breite der Lauffläche, desto höher die vom Reifen bewirkte Bodenhaftung.

    Bei Winterreifen ist es auch gestattet, einen (Höchst-)Geschwindigkeitskode zu montieren, der unter dem für das Fahrzeug vorgesehenen liegt, aber auf jeden Fall nicht unter Q (=160 km/h) liegen darf. In diesem Fall muss das neue Höchstgeschwindigkeitslimit im Wageninnenraum in einem für den Fahrer gut sichtbaren Bereich ersichtlich gemacht werden, z.B. indem man einen Selbstkleber am Lenkrad oder auf dem Armaturenbrett anbringt. Die wichtigsten derzeitigen Geschwindigkeitskodes sind folgende:

    • Q: bis zu 160 Km/h
    • R: bis zu 170 Km/h
    • S: bis zu 180 Km/h
    • T: bis zu 190 Km/h
    • H: bis zu 210 Km/h
    • V: bis zu 240 Km/h
    • ZR: über 240 Km/h

    Falls das Fahrzeug mit Winterreifen fährt, ist es wichtig, dass diese sowohl vorne als auch hinten montiert werden. Von der Verwendung von nur 2 Winterreifen ist nämlich immer abzuraten. Ein Auto – auch mit Allradantrieb -, bei dem die Winterreifen nur vorne montiert sind, weist zwar auf geradlinigen Strecken ein gutes Antriebs- und Bremsverhalten auf, aber bei der ersten Kurve ist das Schleudern so gut wie sicher.

  • Was sagt die Straßenverkehrsordnung?

    Pflicht zum Fahren mit Schneeketten oder Winterreifen. Artikel 122 Absatz 8 der Verordnung zur Straßenverkehrsordnung lautet folgendermaßen: "Das Verkehrszeichen ‘Schneeketten’ ist zu verwenden, um die Pflicht zum Fahren mit Schneeketten oder Schneereifen ab der Stelle, an der dieses Verkehrszeichen aufgestellt ist, anzuzeigen...".

    Das bedeutet, dass bei widrigen Witterungsverhältnissen, wie im Falle eines starken Schneefalls, ab der Stelle, an der das eigens dafür vorgesehene Verkehrszeichen aufgestellt ist, die Pflicht zum Fahren mit Schneeketten oder Winterreifen besteht. Bei Nichteinhaltung dieser Bestimmung kann der Fahrer Strafen unterworfen werden, und die Ordnungshüter können die Stilllegung des Fahrzeugs anordnen.

    Gleichwertigkeit zwischen Winterreifen und Schneeketten.

    Das Transportministerium hat mehrmals bekräftigt, dass – wie auch dem oben zitierten Artikel 122 zu entnehmen ist – zwischen dem Gebrauch von Winterreifen und dem von Schneeketten in jeder Situation vollkommene Gleichwertigkeit besteht. Es ist freilich festzustellen, dass die Verwendung von Winterreifen eine bessere Mobilität und größere praktische Einsatzfähigkeit als Schneeketten garantiert: für Ketten sind nämlich Beschränkungen sowohl hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit (nicht bei allen Fahrzeuge können Schneeketten eingesetzt werden) als auch hinsichtlich der Geschwindigkeit (höchste Nutzungsgeschwindigkeit 50 km/h) vorgesehen, abgesehen davon, dass ihr Gebrauch das Vorhandensein von Schnee auf der Straßenoberfläche unbedingt voraussetzt.

    Zeiträume, in denen die Verwendung von Winterreifen gesetzlich vorgeschrieben ist:  Derzeit gibt es kein Staatsgesetz, das die Pflicht auferlegt, in einem bestimmten Zeitraum des Jahres Winterreifen zu montieren. In einigen italienischen Provinzen und Regionen wird diese Pflicht aber durch besondere Bestimmungen vorgeschrieben, zu erwähnten ist das Aostatal (vom 15.Oktober bis zum 30.April), Genua (vom 1.November bis zum 31.März auf Binnenlandstraßen und auf der A7 zwischen Bolzaneto und der Provinzgrenze), die Provinz Turin (bis zum 30.März 2010 auf zahlreichen Provinz-, Regional- und Staatsstraßen), die Provinz Como (vom 15.November bis zum 31.März auf allen Provinzstraßen), um nur ein paar Beispiele zu nennen. 

  • Wie soll man sich im Ausland verhalten?

    Derzeit gibt es keine gemeinsame europäische Regelung über die Winterreifenpflicht. Bei Reisen ins Ausland ist es daher ratsam, ein Mindestmaß an Auskünften über die Länder, in die man reisen will, einzuholen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Grundsätzlich kann folgendes gesagt werden:

    In Deutschland gibt es keine allgemein gültige Pflicht, aber bei einem Unfall könnten sich Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einer allfälligen Kaskoversicherung ergeben. 
    In Österreich ist die Lage sehr ähnlich, bei einigen Bergstraßen kann die Verwendung von Schneereifen obligatorisch sein: das betreffende Verkehrszeichen verbietet “den Gebrauch von Kraftfahrzeugen ohne Winterausrüstung ". 
    I
    n der Schweiz sind Winderreifen gesetzlich vorgeschrieben, und es gelten sehr strenge Strafbestimmungen besonders bei Unfällen, die von Fahrzeugen mit „nicht geeigneten“ Reifen verursacht werden. 
    I
    Frankreich besteht die Winterreifenpflicht nur in einigen Berggegenden, die durch eigens dafür vorgesehene Verkehrsschilder kenntlich gemacht werden. 
    I
    n Finnland und Lettland dauert die Winterreifenpflicht vom ersten Dezember bis zum letzten Februartag und gilt für alle und in jedem Fall. Zu beachten ist, dass in Finnland die Strafen sehr hoch und dem Einkommen des Übertreters angepasst sind. 
    Norwegen und Schweden weiten die Winterreifenpflicht nicht auf Touristen, d.h. auf Nichtstaatsbürger, aus. 
    I
    Slowenien besteht Winterreifenpflicht vom 15.November bis zum 15.März
    Belgien, die Niederlande und Luxemburg schreiben Winterreifen nicht zwingend vor, deren Verwendung ist aber äußerst ratsam (Spikereifen sind verboten). 
    Eine Winterreifenpflicht besteht auch nicht in Dänemark, das aber die Verwendung von Spikereifen gestattet. 
    I
    n Estland ist der Pflichtzeitraum flexibel: gewöhnlich dauert er vom ersten Dezember bis zum letzten Februartag, bei entsprechender Witterung kann die Winterreifenpflicht aber ausgeweitet werden. 
    Litauen: vom ersten Dezember bis zum ersten April. 
    Polen, die Tschechische Republik und Griechenland sehen keine besondere Pflicht vor, es ist aber immer klug, mit Winterreifen zu fahren, besondern in den zwei erstgenannten Ländern.

  • Wann sind sie auszutauschen?

    Laut Straßenverkehrsordnung darf die Restlauffläche eines Reifens, gleich ob Sommer- oder Winterreifen, nicht weniger als 1,6 Millimeter betragen. Doch nimmt das Leistungsvermögen von Winterreifen auf Schnee drastisch ab, sobald die Höhe der Restlauffläche auf weniger als 4 mm absinkt. Ein einfacher Test kann mit Hilfe einer 2-Euro-Münze durchgeführt werden: legt man diese zwischen 2 Erhebungen der Lauffläche und überragt nun der graue Außenteil der Münze diese Erhebungen, dann ist die Restlauffläche weniger als 4 mm hoch und der Reifen sollte ausgetauscht werden. Es muss daran erinnert werden, dass in jedem Fall die neuen oder weniger abgenutzten Reifen hinten zu montieren sind.

    In klimatischer Hinsicht ist der Gebrauch von Winterreifen solange ratsam, bis die Außentemperatur dauerhaft über 15°C ansteigt. In diesem Fall verursacht die Verwendung von Winterreifen zwar keinen Nachteil, die Abnutzung ist aber stärker als bei einem Sommerreifen